Ettlingen. Wenn bei einer Bundesverdienstkreuzverleihung minutenlanger stehender Beifall aufbrandet, noch dazu im vollbesetzten schönsten Saal der Stadt, dem Asamsaal, dann muss der geehrte Mensch ein besonderer sein. Und das ist Helma Hofmeister-Jakubeit in der Tat. Mit ihrem Namen verbinden sich in Ettlingen Engagement für die Altenarbeit als langjährige Leiterin des Stephanusstiftes am Robberg, Aufbau des Ettlinger Frauen und Familientreffs (effeff), Einsatz für die ambulante wie stationäre Hospizarbeit und ganz besonders für das bislang einzige Hospiz im Stadt- und Landkreis, das „Arista“ in der Pforzheimer Straße. Dazu noch jahrzehntelanges Wirken in der Kommunal- und Kreispolitik als „Frontfrau“ der Sozialdemokraten und viele kleinere
ehrenamtliche Tätigkeiten, die sich kaum aufzählen lassen. Kein Wunder also, dass zahlreiche Vertreter aus Politik, von Verbänden, Kirchen und Organisationen an der Feierstunde im Schloss teilnahmen, die von der Saxofonistin Carola Krettenauer unter anderem mit Helma Hofmeisters Lieblingslied „What A Wonderful World“ gelungen begleitet wurde. OB Johannes Arnold betonte, Helma Hofmeister habe sich mit ihrem vielfältigen Engagement auf den unterschiedlichen Ebenen „kein Denkmal gesetzt, sondern
den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns gestellt. Er habe sie bei ihrem Ausscheiden aus dem Gemeinderat 2014
als „Grande Dame der Kommunalpolitik“ bezeichnet. „Das ergänze ich nun um Grande Dame der Nächstenliebe, ein wichtiges soziales Gewissen in der Stadt“, so Arnold. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), die Hofmeister-Jakubeit das Verdienstkreuz anheftete, sprach von einem „gewaltigen Lebenswerk“ . Besonders beeindruckend sei die Hospizarbeit und die
Fähigkeit Hofmeisters, „andere Menschen für eine Idee zu begeistern und dann mitzureißen“. Helma Hofmeister sei auch ein
„Vorbild für die Jugend“. Die Auszeichnung des Bundespräsidenten wertete Gurr-Hirsch als Dank „und Aufforderung zugleich“,
dass Hofmeister in ihrem vielfältigen Engagement künftig nicht nachlasse. Eine Grußadresse an die Geehrte richtete
in Vertretung des Landrats Erster Landesbeamter Knut Bühler, der Hofmeister bescheinigte, bei sozialen Themen
„unglaublich hartnäckig“ zu sein, aber stets auf eine „sehr sympathische Art“. Für Rüdiger Heeger vom Diakonischen Werk und vom Förderverein Hospiz ist klar: „Es ist Ihnen zu verdanken, das wir den Hospizgedanken in den Köpfen verankern konnten, Sie sind
eine begnadete Netzwerkerin.“ René Asché, Nachfolger von Helma Hofmeister als SPD-Fraktionschef im Gemeinderat, meinte: „Wir sind als Sozialdemokraten riesig stolz auf Dich.“ Von der vormaligen Landtagsabgeordneten Anneke Graner verlas er den Satz: „Wenn es mehr Helmas in der SPD geben würde, bräuchten wir keinen Arbeitsgruppe zur Profilfindung der Partei“. Kirstin Wandelt, Chefin des eff-eff, erinnerte an die von Hofmeister-Jakubeit geleistete Aufbauarbeit im Ettlinger Frauen- und Familientreff, den im vorigen Jahr mehr als 18 000 Gäste besuchten. Sei sei „zutiefst gerürt“, gestand die Verdienstkreuzträgerin sodann am Mikrofon.
Die Auszeichnung betrachte sie als eine Anerkennung für alle Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einbringen. Daher „nehme ich sie auch stellvertretend entgegen.“ Ihr Wunsch sei, so Helma Hofmeister-Jakubeit, „in der Altenhilfe ein ähnlich breites bürgerschaftliches Engagement zu erreichen wie fürs Hospiz.“

 

Mit freundlicher Genehmigung der BNN

 

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